Ein Führungsleitbild beschreibt die gemeinsamen Werte, Haltungen und Grundsätze, nach denen Führungskräfte handeln. Es gibt Orientierung für den Alltag, schafft Klarheit in Entscheidungen und macht Führungsarbeit transparent und nachvollziehbar.
Für den DRK-Kreisverband Nordvorpommern e.V. ist das Führungsleitbild ein verbindlicher Rahmen: Es dient als Verhaltenskodex für alle mit Führungsverantwortung, fördert eine wertschätzende Zusammenarbeit und stellt sicher, dass unsere Führungspraxis den Grundwerten des Roten Kreuzes entspricht – heute und in Zukunft.
Von Juli bis November 2023 erarbeiteten die Führungskräfte des DRK-Kreisverbands Nordvorpommern e.V. ein gemeinsames Führungsleitbild auf Basis der DRK-Führungsgrundsätze.
Beteiligt waren die Fachbereichsleitungen Kinder/Jugend, Pflege, Rettungsdienst, der Geschäftsführer und der Qualitätsmanagementbeauftragte. Grundlage bilden Werte wie Verlässlichkeit, Respekt, Empathie, Zielstrebigkeit, Solidarität, Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit und Flexibilität.
Das Leitbild dient als Verhaltenskodex und Orientierung für alle Führungskräfte. Es soll helfen, Führungsarbeit messbar und nachvollziehbar zu machen und die DRK-Werte auf allen Ebenen zu verankern.
Es wird in allen Bereichen vorgestellt, diskutiert und nach Veröffentlichung verbindlich. Führungskräfte und Mitarbeitende sind eingeladen, die Umsetzung durch offenes Feedback zu begleiten.
Als Führungskräfte delegieren wir, soweit angemessen, Aufgaben und die damit verbundene Teilverantwortung an unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter, wobei wir unsere Aufträge präzise und verständlich zu formulieren und die zu erreichenden Ziele zu definieren haben.
Delegation als Führungsinstrument
Das bedeutet:
Die Bereichsleitung berichtet einmal jährlich an die Geschäftsführung über die delegierten Aufgaben und Verantwortlichkeiten ihres Bereichs.
Einrichtungs-, Kita- und Rettungswachenleitungen prüfen halbjährlich die Ergebnisse übertragener Aufgaben und erstellen zum Jahresende eine Übersicht über Zuständigkeiten und notwendige Fortbildungen.
Rettungsdienstleiter
„Ohne Delegation wäre die
Zusammenarbeit im Team unmöglich.“
Zu unserer Aufgabe als Führungskräfte gehört auch die gezielte Auswahl sowie die systematische Qualifizierung unserer Helfer und Mitarbeiter im Rahmen unserer Personalentwicklung. So wie wir uns selbst zu eigener Fortbildung verpflichten, ermuntern wir sie zur Weiterentwicklung ihres Wissens und Könnens. Wir erkennen ihre Leistungen an und zeigen ihnen Perspektiven auf. Wir fördern Teamarbeit, Flexibilität und Kreativität sowie die Fähigkeit, über die Grenzen der Aufgabenbereiche hinaus zu denken und zu handeln.
Weiterentwicklung fördern – Potenziale erkennen
Fort- und Weiterbildungsplanung im Überblick
Die Bereichsleitung erstellt bis zum 31. August einen Jahresplan für Fortbildungen und stellt die Einhaltung der landes- bzw. verbandlichen Mindestvorgaben sicher.
Die Einrichtungs-, Pflege-, Kita- und Rettungswachenleitungen überprüfen vierteljährlich den Stand der Fortbildungen und erfassen jährlich im Mitarbeitergespräch den individuellen Qualifizierungsbedarf, der bis zum 30. Juni gemeldet wird.
Bereichsleiterin für Kitas sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
„Es muss in unserem Fokus liegen,
allen Mitarbeitern die bestmöglichen
Chancen zu bieten“
Als Führungskräfte sind wir uns bewusst, dass die unserer Führung anvertrauten Menschen sich nur dann mit unserer humanitären Aufgabe identifizieren und in Erfüllung ihrer Aufträge selbständig handeln werden, wenn wir stets umfassend und sachbezogen informieren.
Kommunikation als Grundlage von Vertrauen und Zusammenarbeit
Besprechungen & Teilnahme
Die Bereichsleitung führt mindestens vierteljährlich Leitungsbesprechungen durch, protokolliert und übermittelt diese an die Geschäftsführung und nimmt an mindestens vier Schnittstellentreffen pro Jahr teil.
Einrichtungs-, Kita- und Rettungswachenleitungen moderieren monatliche Teambesprechungen, leiten die Protokolle an die/den Vorgesetzte(n) weiter und nehmen mindestens einmal jährlich am Leitungskräftetreffen teil.
Personalverwaltung
„Wir haben noch sehr viel
Potenzial uns zu entwickeln“
Wir achten die unter unserer Führung arbeitenden ehrenamtlichen Helfer und hauptamtlichen Mitarbeiter nach dem Grundsatz der Gleichwertigkeit. Im Falle von Auseinandersetzungen arbeiten wir die unterschiedlichen Standpunkte heraus, bewerten sie mit sachgerechter Kritik und führen sie einer sachlichen Verständigung zu. Gebotene Kritik sollte offen, aber auch förderlich und aufbauend sein; sie darf nicht Lob und Dank ersetzen, die Vorrang haben sollten.
Konflikte als Chance für Entwicklung und Veränderung
Beschwerdemanagement & Teamentwicklung
Die Bereichsleitung überprüft die Umsetzung und Wirksamkeit von Maßnahmen, die aus Beschwerden resultieren, und organisiert jährlich eine teambildende Maßnahme.
Einrichtungs-, Kita- und Rettungswachenleitungen werten Beschwerden halbjährlich aus, berichten die Ergebnisse an die/den Vorgesetzte(n) und führen alle zwei Jahre eine Teambildungsmaßnahme durch.
Geschäftsführer des Kreisverbandes
„Ohne eine vernünftige Konfliktregelung
wäre die Zusammenarbeit sehr schwierig“
Als Führungskräfte zeigen wir ein hohes Maß an Einsatzfreude, Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative und können diese deshalb von allen anderen Menschen verlangen, die zusammen mit uns an der Aufgabenerfüllung des DRK mitwirken. Offener, höflicher, aber auch einfühlsamer Umgang mit unseren Helfern und Mitarbeitern schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen in die Führung.
Führung mit Haltung und Werten
Engagement & Weiterbildung
Die Bereichsleitung sowie die Einrichtungs-, Kita- und Rettungswachenleitungen engagieren sich jährlich mindestens 20 Stunden oder bei drei ehrenamtlichen Veranstaltungen und dokumentieren dieses Engagement.
Zudem nehmen sie regelmäßig an Fortbildungen zum Thema „Führung und Leitung“ teil – die Bereichsleitung mindestens zweimal, die weiteren Leitungen mindestens einmal pro Jahr.
Fachbereichsleitung Pflege
„Ohne Vorbilder wäre die Zusammenarbeit
im Team deutlich orientierungsloser.“